ZukunftsMacher Buchtipp: Die Natur ist kein Parteimitglied
Harald Lesch und Axel Kleidon

von ZukunftsMacher Helmut Scheel

„Menschen studieren es an den Unis und dann müssen sie sich so einen Blödsinn aus der Politik anhören.“ Das könnte als Leitmotiv über dem neuen Buch des Astrophysikers Prof. Dr. Harald Lesch und des Klimaforschers Axel Kleidon stehen, dass die beiden Physiker gemeinsam geschrieben haben. Das Zitat stammt von Prof. Dr. Harald Lesch. Er hatte es auf der Demonstration für erneuerbare Energien am 18. April 2026 in München zu den tausenden Menschen gerufen und dafür viel Applaus geerntet. (Hier der Link der Rede zu der Aufzeichnung auf Facebook

Warum erscheint das Buch erst jetzt?

Einen Monat zuvor erschien das Gemeinschaftswerk der beiden, in dem sie die Grundlagen der Physik „mit den Gesetzen der Natur gegen politische Ignoranz“, so der Untertitel, erklären wollen. Betrachtet man die aktuelle Politik und jene der letzten Jahrzehnte, kann man Leschs Empörung über Politiker und Politikerinnen verstehen und vermutlich fragen sich viele: Warum erscheint das Buch erst jetzt?

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Die Gesetze der Natur kann man nicht einfach ignorieren

In zwanzig Schritten gehen die beiden Autoren mit den Lesenden einen kurzen Weg durch die Gesetze der Physik. Alle Naturgesetze basieren auf diesem Wissenschaftszweig. Der erste Schritt beginnt mit: „Die Natur kennt keine Ideologie, sie ist kein Parteimitglied. Sie hat keine Ziele. Sie ist frei von allem, was wir Menschen als möglichen Zweck verstehen würden.“ Von der allgemeinen Bedeutung der Physik geht es zu den Zusammenhängen von Politik und Physik über. Entscheidend sind dabei der erste und zweite Hauptsatz der Thermodynamik, wo es heißt: „Energie kann nicht erzeugt und vernichtet, sondern nur umgewandelt werden.“ Und, in der Formulierung des Physikers Hans Joachim Schlichting: „Energie kann verbraucht werden.“ Im weiteren Verlauf werden einige Erklärungen anhand von Beispielen erläutert und die Auswirkungen des bisherigen menschlichen Verhaltens auf die Atmosphäre dargelegt, nachdem zuvor die lebensnotwendige Bedeutung des Treibhauseffekts beschrieben wurde.

Konsequenzen der Klimaerwärmung

Da es sich um ein wissenschaftlich basiertes Buch handelt, kommen auch nur wenige mathematische Formeln vor, um zu unterstreichen, dass sich Physik durch Mathematik bestätigen lässt. Außerdem sind die aussagekräftigen Grafiken hilfreich, um die Konsequenzen der Klimaerwärmung am Beispiel von Jena aufzuzeigen. Anhand dieser kann jeder leicht erkennen, wie der menschengemachte Klimawandel bereits erkennbar, sichtbar und wirksam ist. Die kompakt-komprimierte Darlegung auf unter 100 Seiten ist in ihrer Eindringlichkeit phänomenal. Kein Wort scheint zu viel dazustehen, aber auch keines zu fehlen. Trotzdem wird immer wieder das bereits Geschilderte wiederholt, um ja niemanden beim Lesen zu verlieren. Es ist in einer einfachen Sprache gehalten, damit jede und jeder, auch unter den Politikerinnen und Politikern, es verstehen kann.

Verständnis für Naturvorgänge wecken

Das Büchlein ist ein physikalisch-sprachliches Manifest für das Verständnis der Naturvorgänge, welche wir Menschen, vor allem wir in der westlichen Welt, massiv beeinflussen. Und doch ist es nicht vorwurfsvoll, sondern lehrend, wie für die Schulklasse „Nation“ geschrieben. Und es gibt ein Happy End: Die erneuerbaren Energien sind im Gesamtwirkungsgrad wirkungsvoller und effizienter als die Natur. Mit ihnen lässt sich unser Energiehunger stillen und damit eine gute Zukunft gestalten, jenseits der Steinzeit, als das Feuer die einzige Energiequelle neben der Nahrung war. Wer das nicht begreift oder nicht begreifen will, der führt uns dorthin zurück. Die Natur jedenfalls wird dabei kein Parteibuch vorlegen. Sie wird nur abrechnen, und zwar mit uns.

Buchtipp

Die Natur ist kein Parteimitglied
Mit den Gesetzen der Natur gegen politische Ignoranz

von Harald Lesch und Axel Kleidon

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