Die Stadt als Ökosystem: Was „Wetlands by the Bay“ über unsere Zukunft verrät
von Elita Wiegand
Es gibt Orte, die uns einen Blick in eine mögliche Zukunft eröffnen. Bestes Beispiel: The Gardens by the Bay in Singapur mit leuchtenden Supertrees vor dem Nachthimmel, Nebelschwaden im Cloud Forest, üppigen Pflanzenwelten, die Technologie und Natur miteinander verbinden. Ein Ort, der zeigt, wie sich Städte neu denken lassen.
Wetlands by the Bay: Die Erweiterung mit einem Vorzeigemusum
Mit „Wetlands by the Bay“ entsteht künftig eine Erweiterung, die genau dort ansetzt, wo die ursprüngliche Vision besonders stark war: an der Schnittstelle von Ökologie, Kunst und Gemeinschaft. Im Zentrum steht ein neues Projekt des japanischen Künstlerkollektivs „teamLab,“ das seit 2001 die Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft, Technologie und Natur erforscht. „Wetlands by the Bay“ ist eine fünf Hektar große Attraktion. Dort wird ein neues, immersives und multisensorisches Museum entstehen. Die Eröffnung von Wetlands by the Bay erfolgt stufenweise. Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2027 geplant, die schrittweise Eröffnung soll Ende 2028 beginnen.

Was die Arbeit von teamLab besonders macht: Das Kollektiv interessiert sich nicht für Kunst als Objekt, sondern für Wahrnehmung als ProzessWas ihre Arbeit besonders macht: teamLab interessiert sich nicht für Kunst als Objekt, sondern für Wahrnehmung als Prozess. Die interdisziplinäre Gruppe aus Künstlern, Programmierern, Ingenieuren, Mathematikern und Architekten stellt die Frage, wie wir die Welt überhaupt begreifen und wie sehr unsere Wahrnehmung davon geprägt ist, dass wir sie in einzelne, voneinander getrennte Einheiten aufteilen.
Fließende Landschaft aus Wasser, Vegetation und digitaler Kunst
Anstatt durch klassische Ausstellungsräume zu gehen, bewegen sich Besucher durch eine fließende Landschaft aus Wasser, Vegetation und digitaler Kunst. Per Kajak gleiten sie durch Mangroven, während Projektionen auf ihre Bewegungen reagieren und sich ständig verändern. Es entsteht ein Raum, zwischen Menschen und Umwelt, zwischen Kunst und Natur, zwischen Beobachtung und Teilhabe.

Räume der Begnung
Die Feuchtgebiete werden schnell verdreifacht, Mangroven und Pflanzen schaffen neue Lebensräume, während erhöhte Stege sinnvolle Ökosysteme schützen und gleichzeitig erlebbar machen. Es geht nicht mehr nur ums Anschauen, sondern ums Verstehen durch Nähe, und eigenes Erleben.
Gleichzeitig entstehen neue Räume für Begegnung: offene Flächen für Veranstaltungen, Stege mit weitem Blick über Wasser und Grün, Orte zum Verweilen, Essen, Austauschen. Die Natur wird hier nicht isoliert, sondern als sozialer Raum gedacht.
Gardens by the Bay war schon immer ein Symbol dafür, wie Städte die Natur integrieren können, ohne sie zu domestizieren. Mit „Wetlands by the Bay“ und der Zusammenarbeit mit teamLab wird daraus etwas noch Größeres: ein Ort, an dem wir nicht mehr nur beobachten, sondern Teil eines zusammenhängenden Systems werden.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Innovation: dass die Zukunft sich nicht mehr, wie etwas Entferntes anfühlt, sondern einlädt sich in ihr zu bewegen.
Fotos: Gardens by Bay und Wikipedia






